Hundeführerschein

Einmal vorweg: Der Hundeführerschein hat nichts mit dem Führerschein zu tun, den wir uns zulegen. Es gibt bundesweit weder einheitliche Regelungen, noch ist er überall verpflichtend. Allerdings verlangen ihn einige Bundesländer für alle, manche nur für sogenannte Listenhunde. Manche Halter absolvieren ihn auch für die eigene Sicherheit oder weil es Steuervergünstigungen bringt. Was genau ein Hundeführerschein ist, wer ihn braucht und wie man ihn bekommt, erfahren Sie hier.

  • In Deutschland gibt es keine bundesweite Pflicht zum Hundeführerschein. Bundesländer und angrenzende Länder, wie die Schweiz, haben ganz unterschiedliche Regelungen.
  • Die Prüfung müssen Hundebesitzer und Hund in einem theoretischen und praktischen Teil absolvieren.
  • Ein Hundeführerschein ersetzt nicht unbedingt einen Sachkundenachweis, welcher für bestimmte Rassen und je nach Bundesland verpflichtend ist.

 

Ein Hundeführerschein dient als Befähigungsnachweis, den der Hundehalter zusammen mit seinem Hund in einer Prüfung demonstrieren muss. Da es keinen bundesweiten einheitlichen Richtlinien gibt, legen Vereine und Verbände sie individuell fest. „Es gibt den Begriff ‚Hundeführerschein‘ so nicht“, erklärt Jörg Bartscherer, Geschäftsführer und Justiziar des Verbandes für das deutsche Hundewesen (VDH). „Wir als Verband bieten Hundehaltern mit unserem VDH-Hundeführerschein an, eine Sachkundeprüfung für kleines Geld abzulegen.“ Dabei legt der VDH drei Richtlinien fest:

  • Sachkunde des Hundehalters
  • Grundgehorsam des Hundes und
  • Sozialverträglichkeit des Hundes

Andere Verbände, die Hundeführerscheine anbieten und eigene Richtlinien aufstellen, sind zum Beispiel der BVZ (Berufsverband zertifizierter Hundeschulen) oder der BHV (Berufsverband der Hundeerzieher und Verhaltensberater). In einer theoretischen und praktischen Prüfung werden sowohl Hund und Hundehalter geprüft. Mitentscheidend ist auch das Zusammenspiel beider in verschiedenen Alltagssituationen.

 „Auch, wenn die Prüfung sehr ähnlich ist, ist der Hundeführerschein vom Sachkundenachweis abzugrenzen“, so Bartscherer. Dieser unterliegt in Deutschland zwar auch keiner bundesweiten Pflicht, allerdings gibt es in einigen Bundesländern bestimmte Auflagen.

Denn Hundegesetzgebung ist immer Ländersache. So hat Niedersachsen beispielsweise seit 2013 eine Pflicht zum Sachkundenachweis eingeführt.“ In der Schweiz herrscht eine solche Pflicht sogar im ganzen Land. In Österreich und Frankreich ist die Sachkundenachweispflicht rassenabhängig verpflichtend.

 

Da der Hundeführerschein nicht verpflichtend ist, können Sie selbst darüber entscheiden, ob Sie die Prüfung mit Ihrem Hund absolvieren. „Es gibt manche Hundehalter, die haben Spaß daran, mit Ihrem Hund sowohl den Vorbereitungskurs als auch die Prüfung zu machen“, erzählt der VDH-Justiziar, selbst auch Hundehalter. „Für manche ist es wichtig, die Sicherheit zu haben, Alltagssituationen mit dem eigenen Hund gut bewältigen zu können.“

Außerdem können Sie sich in manchen Bundesländern mit Besitz eines Hundeführerscheins für einen bestimmten Zeitraum von der Hundesteuer befreien lassen. In München beispielsweise gilt dies für ein Jahr, in manchen anderen Gemeinden gibt es bis zu 50 Prozent Ermäßigung.

Je nach Bundesland kann der Hundeführerschein auch als Sachkundenachweis anerkannt werden. Das ist jeweils abhängig von den dort geltenden Hundegesetzen, dem Prüfer und der Prüfung. Auf der Website der Landestierärztekammer können Sie die Bestimmungen für Ihr Bundesland finden. Viele Hundetrainer und Vereinsmitglieder vom BHV, BVZ und VDH sind zur Abnahme eines Sachkundenachweises zertifiziert.

Ein Hundeführerschein kann auch andere Regelungen, wie die Leinenpflicht, entbehrlich machen. Um alle für Sie geltenden Regelungen, Pflichten und Vergünstigungen zu erfahren, wenden Sie sich bitte an die jeweils zuständige Tierärztekammer.

Ablegen kann man die Hundeführerscheinprüfung in verschiedenen Vereinen und bei Hundetrainern in ganz Deutschland. Auf den Websites von VDH, BVZ und BHV finden Sie auch einen Prüfungsort in Ihrer Nähe. „Im VDH sind 177 Hundevereine registriert. Jeder Verein hat in ganz Deutschland Hundeplätze, wo mit Zustimmung des Hauptverbandes der Hundeführerschein angeboten wird“, so der VDH-Geschäftsführer.

 

Im praktischen Teil geht es dann vor allem darum, wie sich der Hund im Alltag verhält und wie sein Herrchen oder Frauchen reagiert. Praktische Situationen sind zum Beispiel Spaziergänge ohne Leine oder der Besuch in einem Café oder ein Bummel durch ein Geschäft, in dem sich noch andere Menschen aufhalten.

Hierbei achten die Prüfer unter anderem darauf, wie Ihr Hund auf Menschengruppen reagiert, oder auf andere Hunde, Autos, Jogger und nicht zuletzt auf Ihre Kommandos. Auch Ihr tiergerechtes und vorausschauendes Verhalten fließt in die Bewertung ein.

 

Die Prüfung zum Hundeführerschein ist sehr umfangreich. Der Tierhalter muss einen Theorie-Teil bewältigen, der aus etwa 35 Multiple-Choice-Fragen zu folgenden Themengebieten besteht:

  • Sozialverhalten
  • Kommunikation
  • Lerntheorie, Erziehung, Ausbildung
  • Angst und Aggression
  • Haltung und Pflege
  • Rassenkenntnisse
  • Ernährung, Gesundheit und Fortpflanzung
  • Hund & Recht

Wenn Sie 80 Prozent der möglichen Punktzahl erreichen, haben Sie den Test bestanden. Die praktische Prüfung dürfen Sie nur absolvieren, wenn Sie zuvor den Theoriepart bestanden haben. Beide Regeln entsprechen denen bei der Sachkundeprüfung.

absolvieren, weil man ja eben diesen in den konkreten Situationen kontrollieren können muss“, so der Experte.

Die Prüfungen können in der Regel Hundehalter ab dem 16. Lebensjahr absolvieren. „Für unseren Führerschein müssen Sie eine Haftpflichtversicherung und einen ausreichenden Impfschutz vorweisen. Leider gibt es für Hunde keine Versicherungspflicht, was ich für fahrlässig halte. Jeder sollte seinen Hund ab dem ersten Tag versichern lassen. Selbst ein kleiner Dackel kann schon Unfälle mit schwerwiegenden Folgen auslösen“, erzählt Bartscherer. Außerdem müssen die Hunde einen Identifikationsnachweis in Form eines implantierten Mikrochips vorweisen.

Hunde müssen mindestens zwölf Monate alt sein, um zur Prüfung zugelassen zu werden. Da deren Bestehen aber auch davon abhängt, ob Ihr Hund Ihre Kommandos befolgt, sollten Sie ihn erst entsprechend geschult haben. Dies ist wichtiger als das biologische Alter.

 

Die Kosten betragen etwa 90 bis 130 Euro für die zweiteilige Prüfung (Praxis und Theorie).

 

Planen Sie für den Theorieteil etwa 60 Minuten ein. Der praktische Teil dauert länger. Er kann je nach Ablauf zwei bis drei Stunden beanspruchen. Die zwei Prüfungen können Sie an unterschiedlichen Tagen absolvieren.

 

Gültig ist der Hundeführerschein, so lange wie Hund und Hundehalter zusammenleben. Das ist ein großer Unterschied zur Sachkundeprüfung, die Sie einmal ablegen und die dann lebenslang gültig bleibt.

Allerdings gilt der Hundeführerschein nicht pauschal für alle Hunde, die man sich zulegt: „Wir prüfen ja das jeweilige Gespann: Hundehalter und Hund. Deshalb ist es wichtig, die Prüfung immer mit dem speziellen Hund zu absolvieren, weil man ja eben diesen in den konkreten Situationen kontrollieren können muss“, so der Experte.

Die Prüfung können Sie beliebig oft wiederholen. Dies gilt auch für einzelne Teile, etwa, wenn Sie nur an der Theorie scheitern. „Falls Sie den Vorbereitungskurs bereits absolviert haben, müssen Sie diesen nicht erneut wiederholen. Dann fallen nur noch die Prüfungsgebühren an“, erklärt der VDH-Geschäftsführer. Treten Sie die Prüfung auf jeden Fall erst dann an, wenn Sie sich mit Blick auf die Theorie fit fühlen und Ihren Hund so gut erzogen und trainiert haben, dass Sie zusammen auch die Praxis problemlos bestehen.

Denken Sie immer daran, dass es darauf ankommt, sich selbst und Ihren Hund gut vorzubereiten. Sie sollten sich im Detail mit Hundehaltung, Hundeerziehung und dem tierischen Sozialverhalten auskennen. Denken Sie beim Multiple Choice daran, dass es auch Tests gibt, bei denen mehr als eine Antwort richtig ist. Eignen Sie sich entsprechendes Hintergrundwissen an.

Für die Praxis spielen Sie mit Ihrem Hund unterschiedliche Alltagssituationen durch. Gehen Sie in belebter Umgebung Gassi, setzen Sie sich ins Café oder streifen durch Geschäfte. Folgt er Ihnen direkt, wenn Sie ein Kommando geben? Wie reagiert er auf andere Tiere oder Menschen? Zerrt er an der Leine oder bellt er unverhofft? Kehrt er zu Ihnen zurück, wenn Sie ihn rufen?

Die Prüfer achten vor allem darauf, dass Ihr Verhalten und das Ihres Hundes aufeinander abgestimmt sind. Am ehesten punkten Sie beim Test, wenn Sie ein eingespieltes Team sind und einander vertrauen.

Sie können vorab auch Vorbereitungskurse durchführen, um gezielt Übungen und Prüfungssituationen zu trainieren. Auf den Websites des VDH, BVZ und BHV finden Sie Lernmaterialien, Videos von der praktischen Prüfung und viele Beispielfragen.

 

Auszug Quelle: Allianz Versicherung

Hundehaftpflicht

Hundekrankenversicherung

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