Süden in der Hundezucht

von Prof. Dr. Irene Sommerfeld-Stur

Unlängst wurde ich gebeten, einen kurzen Artikel mit nicht mehr als 300 Wörtern zum Thema "moderne Hundezucht" zu schreiben. Nachdem ich kurz davor war, dieses Bitte schlichtweg abzulehnen, mit der Begründung, dass die moderne Hundezucht eine so komplexe und vielschichtige Sache ist, dass man mit 300 Wörtern nicht einmal eine Einleitung zu diesem Thema schreiben könnte, kam mir die Idee, die gestellte Aufgabe in Form einer "Sündenliste" zu lösen.

 

Das Resultat können Sie hier lesen:

Die erste Sünde: Kleine Hunde zu klein und große Hunde zu groß zu züchten.

 

Die zweite Sünde: Hunde mit extremen Körpermaßen und Körperformen zu züchten wie z.B.: zu kurze Nasen, zu kurze Beine, zu lange Ohren, Hautfalten oder Pigmentierungsstörungen.

 

Die dritte Sünde: Hunde miteinander zu verpaaren, die eng miteinander verwandt sind.

 

Die vierte Sünde: Hunde miteinander zu verpaaren, bei denen gleiche genetische Belastungen bekannt oder zu vermuten sind.

 

Die fünfte Sünde: Viele Hündinnen an ein und denselben Championrüden zu verpaaren.

 

Die sechste Sünde: In erster Linie auf den eigenen Hund zu schauen und die Population dahinter zu ignorieren.

 

Die siebte Sünde: Mehr auf Ausstellungserfolge zu achten als auf Gesundheit.

 

Die achte Sünde: Gesundheitsprobleme, die in der Rasse auftreten, zu ignorieren oder zu unterschätzen.

 

Die neunte Sünde: Gesundheitsprobleme, die in der eigenen Linie auftreten, zu verschweigen.

 

Die zehnte Sünde: Die eigenen Hunde durch die rosarote Brille zu betrachten, Hunde anderer Züchter hingegen überkritisch zu beurteilen.

 

Die elfte Sünde: Vorübergehenden Modeströmungen in der Interpretation des Rassestandards zu folgen statt auf langfristige und funktionell orientierte Zuchtziele zu setzen.

 

Die zwölfte Sünde: Zu vergessen, dass der Hund von einem Beutejäger abstammt und daher zumindest grundsätzlich in der Lage sein sollte, Beute zu jagen und zu fangen.

 

Die dreizehnte Sünde: Zu vergessen, dass Hunde Schmerz und Unbehagen empfinden, so wie wir Menschen auch, dass sie aber nicht immer in der Lage sind, diese Empfindungen entsprechend zu kommunizieren.

 

Tel : 01 51 -42 3 699 83







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